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Stück für Stück. Bis man sich selbst verliert.

  • Autorenbild: Christina Währinger
    Christina Währinger
  • vor 5 Tagen
  • 1 Min. Lesezeit

Wie lange bleibt man, obwohl man schon gehen möchte?


Ein Treffen, auf das man sich eigentlich freut. Man bereitet sich vor, zieht sich hübsch an und hat schon Themen im Kopf, die man erzählen möchte. Erlebtes. Etwas, das bald bevorsteht. Vom kommenden Urlaub oder von dem, der gerade vorbei ist. Der selbstgemachte Kuchen steht bereit. Dann geht es los. Eine Stunde Autofahrt. Die Ankunft. Die Begrüßung fällt noch freundlich aus. Die Erwartung ist groß. Es könnte ein schöner Tag werden.


Stück für Stück beginnt es.

Stück für Stück erkennt man, dass man selbst eigentlich gar nicht wichtig ist. Stück für Stück merkt man, dass man hauptsächlich zuhört. Kaum hat man selbst etwas erzählt, folgt schon die nächste Geschichte. Eine, die alles übertreffen soll. Irgendwann erzählt man selbst kaum noch weiter. Stück für Stück fühlt man sich unwohler. Und trotzdem redet man sich ein, dass es besser wird. Dass es nur heute so ist. Warum möchte man dann insgeheim schon wieder nach Hause?

Toxisches beginnt selten laut. Es beginnt eher mit kleinen Kompromissen. Und damit, dass man sein eigenes Gefühl immer wieder infrage stellt.

Wann beginnt Stärke? Beim Durchhalten oder beim Loslassen?
Wie oft muss man sich selbst verlieren, bis man erkennt, dass Gehen kein Scheitern ist?

Stück für Stück wird das eigene Erlebte kleiner. Nicht, weil es unwichtig wäre, sondern weil es kleiner gemacht wird. Geschichten werden übertroffen. Erfahrungen überboten. Man hört Dinge, die nicht ganz zusammenpassen, die übertrieben wirken oder nur erzählt werden, damit die eigene Geschichte plötzlich unbedeutend erscheint. Unfassbar, dass sich daran jemand erfreut, nicht?


 
 
 

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